Hilfe, mein Kind hat Angst vor dem Friseur!

Wie Eltern ihrem Nachwuchs das Haareschneiden schmackhaft machen können

Die zweijährige Rosalie lässt sich den süßen Pony nur schneiden, wenn sie dabei die Uhr der nahegelegenen St. Gertrauden-Kirche sehen kann. Dann geht es mit Stylistin Jane Tholen von POPHAIR auch mal gern vor die Tür, damit die junge Friseurkundin alles im Blick hat.

Rechts im Bild: Stylist Christian Meyer. | © POPHAIR

Für viele Mütter und Väter ist es ein echt haariges Problem. Wenn alle paar Wochen der Friseurbesuch ansteht, ist oft bei den Kleinen das Geschrei riesengroß. Viele Kinder im Vorschulalter haben Angst vor dem Friseur und ihre Eltern fragen sich, wie sie ihrem Kind endlich das Haareschneiden schmackhaft machen können.

Zunächst können wir alle Eltern beruhigen. Die Furcht vor dem Friseur oder dem Arzt ist bei Kleinkindern völlig normal. Der kleine Mensch hat gerade erst das Laufen erlernt und entdeckt nun die Welt um sich herum. Er kann allein aufs Töpfchen gehen oder kurz von der Mama getrennt sein. Was er aber noch nicht mag, ist es, sich von Dingen zu trennen, die unmittelbar zu ihm gehören. Experten nennen das Kastrationsangst. Kleine Mädchen oder Jungen fürchten sich vor allem, was ihre Identität bedrohen könnte. So zum Beispiel laute Geräusche wie vom Staubsauger oder auch die Friseurschere, die ihnen „etwas abschneiden“ könnte.

Was können wir also tun? Als Eltern sollten sie ihren Nachwuchs auf keinen Fall zwingen. Das Köpfchen festhalten oder mit Strafen drohen ist der falsche Weg. Kinder möchten mit ihren Ängsten ernst genommen werden. Wenn es einmal partout nicht mit dem Haareschneiden klappt, ist es manchmal „heilender“, wenn der Friseurbesuch vorher abgebrochen wird. Das Kind fühlt sich dann erhört und weiß, dass es beim nächsten Mal wieder gehen könnte, wenn die Angst zu groß ist. Diese Selbstkontrolle stärkt das Selbstbewusstsein und reduziert die Angst, weiß Friseurin Jane Tholen (37) von POPHAIR in Magdeburg zu berichten. „Reden ist da A und O! Wie bei Erwachsenen gehen wir auch bei den Kindern auf alle Wünsche gezielt ein. Bei uns können die Knirpse ihren Sitzplatz wählen, mit dem Puschel in der Hand die kitzelnden Haare selbst entfernen und immer Bescheid geben, wenn wir mal eine Pause machen sollen.“ So wie bei der zweijährigen Rosalie, die sich den süßen Pony nur dann schneiden lässt, wenn sie dabei die Uhr der Buckauer St. Gertrauden-Kirche sehen kann. Dann geht es mit Stylistin Jane Tholen gelegentlich auch mal vor die Tür, damit die junge Friseurkundin alles im Blick hat.

Ablenkung ist also auch ein gutes Mittel. Weiter können sie Ihrem Sprössling selbst vorleben, dass es auch ohne Quängeln geht. Wenn Kinder sehen, dass Mutti und Vati das Haare stylen mit einem Lächeln „überstehen“, verlieren sie meist schnell die eigene Furcht. Oder vermitteln sie ihnen schon zu Hause in gewohnter Umgebung, dass Kamm und Schere Spaß machen. Eine Spielpuppe kann dabei gern „Model stehen“. Und vermeiden sie Sätze wie „Das tut doch nicht weh!“. Das nehmen Ihnen Ihre Kids sowieso nicht ab. Bei Jungen ist es übrigens erfahrungsgemäß ratsam, wenn der Papa beim Friseur dabei ist, da dieser das männliche Vorbild in der Entwicklung darstellt.

Hält die Angst später länger an, so wehrt sich das Kind dann meist gegen den Erwartungsdruck der Eltern. Während der Pubertät löst sich die Panik vor dem Friseur aber meist von selbst, wenn das Stylen einen ästhetischen Wert bekommt.


 

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